«Ars vivendi» widmet sich der individuellen Glückssuche in Zeiten, in denen die Selbstverwirklichung längst zum Spiessrutenlauf geworden ist. Sich eine Auszeit nehmen, um herauszufinden, was einem wirklich wichtig ist? Oder gleich alles hinter sich lassen und an einem fernen Ort den Neuanfang wagen?
Eine Gruppe Burnout-gebeutelter Individuen sucht Zuflucht an einem abgelegenen Ort, um endlich zur Ruhe zu kommen und die notwendige Orientierung in der existentiellen Sinnkrise zu finden. In einer Natur, die es lediglich noch als Projektionsfläche für unerfüllte Sehnsüchte gibt, treten die Leidenschaften umso heftiger zutage. Die Lebenskunst wird rasch zur Überlebenskunst, wäre da nicht diese unvergessliche Musik! In ihr offenbart sich die überwältigende Präsenz des Augenblicks, in dem sich Schmerz und Lust in der affektgeladenen Erfahrung des Noch-am- Leben-Seins vereinen.
Nachdem CapriConnection in «Ars moriendi» mit der Ungreifbarkeit des Todes gerungen haben, wenden wir uns nun der Fülle des Lebens zu. Die Musik- theaterproduktion entsteht erneut in Zusammenarbeit mit der Schola Cantorum Basiliensis, Hochschule für alte Musik. Unter der musikalischen Leitung von Anthony Rooley erweckt ein Musiker-ensemble Madrigalen von Claudio Monteverdi, Orazio Vecchi, Carlo Gesualdo und weiteren Komponisten des italienische Frühbarocks zum Leben.
Giselle Reimann, Basellandschaftliche Zeitung, 6.12.2007
«Mit Liedern von Dowland, Berg und Donizetti (…) werden die szenischen Teile stimmig und eindrücklich ergänzt. Repetitive Momente prägen auch das musikalische Bild und erreichen ihren Höhepunkt in den fünf Etüden von Stefan Wirth, welche einen Ausbund an wahnsinniger Systematik darstellen. Mit diesem Klaviersolo schliesst die Vorstellung. Das Publikum ist durchwegs begeistert.»
David Wohnlich, Basler Zeitung, 6.12.2007
«Dass das „Psychiatriepersonal” nicht dem blossen Voyeurismus preisgegeben wird, liegt hauptsächlich am darstellerischen Geschick der Patientinnen Susanne Abelein, Rahel Hubacher und des Patienten Thomas Douglas. Liebe- und respektvoll geben sie ihren Figuren Wärme, Leben und Plausibilität.»
Berliner Tagesspiegel
«So treffen an diesem Abend mehrere Systeme aufeinander: Der lebensfeindliche Raum der Bühne (Duri Bischoff), die autisitischen Texte der scharf gezeichneten Figuren (Susanne Abelein, Thomas Douglas, Fabienne Hadorn) und die Musik. Stefan Wirth sitzt mit Eigenkompositionen am Flügel, Jeannine Hirzel singt Lieder von Donizetti, Dowland und Berg. In der traditionellen Oper, die an Wahnsinnigen ja auch nicht arm ist, werden die Widersprüche meist durch Musik vermittelt. Hier scheint jede Kommunikation unmöglich. Jeder lebt isoliert vor sich
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| Idee und Konzept: | CapriConnection |
| Von und mit: | Susanne Abelein, HansJürg Müller, Ursula Reiter, Peter Zumstein |
| Gesang: | Regina Dahlen, Jenny Maria Högström, Lior Leibovici/Daniel Issa, Tiago Mota, Mathias Spoerry, Maria Weber |
| Orgel, Cembalo: | Joan Boronat Sanz |
| Laute: | Ziv Braha |
| Regie: | Anna-Sophie Mahler |
| Musikalische Leitung: | Anthony Rooley |
| Produktion und Dramaturgie: | Boris Brüderlin |
| Bühne: | Duri Bischoff |
| Kostüme: | Mirjam Egli |
| Licht: | Brigitte Dubach |
| Produktionsmitarbeit: | Christiane Dankbar |
| Fotografie: | Susanna Drescher, Donata Ettlin |
Schola Cantorum Basiliensis, Kaserne Basel, Gessnerallee Zürich und Hebbel am Ufer Berlin
Fachausschuss Theater & Tanz BS/BL, Prohelvetia, Schweizer Kulturstiftung, GGG Basel, Ernst GöhnerStiftung, Migros Kulturprozent, Stiftung Edith Maryon, Maja Sacher Stiftung, Schweizerische Interpretenstiftung